Empörung über Aussagen zu Migration: »Orbán ist eine Zumutung«

Empörung über Aussagen zu Migration: »Orbán ist eine Zumutung«

Von Viktor Orbán ist man fragwürdige Ansagen in Sachen Migration gewohnt. Nun hat Ungarns rechtsnationaler Regierungschef aber selbst für seine Verhältnisse verbal ordentlich zugelangt. »Migranten-Armeen trommeln an alle Türen Europas«, sagte Orbán im staatlichen Rundfunk. Schon wegen der Coronapandemie sei er dafür, »dass man zwei Jahre lang keinerlei Migration erlaubt«. Die Menschen sollten dort glücklich werden, wo sie »infolge der Bestimmung Gottes« geboren seien. Jean Asselborn, dienstältester Außenminister der EU, reagiert empört. »Orbán ist eine Zumutung für die EU«, sagte der Luxemburger dem SPIEGEL. »Wie lange hält es die EU noch aus, diesen Ballast von Orbán mitzuschleppen?« Die ungarische Regierung mache »die Solidarität in Europa und im Schengenraum kaputt«, so Asselborn. »Orbán übt Verrat an der EU und an ihren Werten.« »Wo sollen die Horden sein, die Ungarn bedrohen?« Asselborn fordert, die großen Mitgliedsländer – wie etwa Deutschland – müssten Orbáns Treiben endlich ein Ende setzen. »Es hat keinen Sinn, über die Zukunft der EU zu reden, wenn wir diese Gegenwart hinnehmen«, so Asselborn. Dabei hätten die Ungarn einst selbst vom Aufnahmewillen anderer Länder profitiert. »Nach dem ungarischen Volksaufstand im …
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